Bepacktes Liegerad Flux S600 In neunundneunzig von hundert Fällen lohnt es sich nicht, ein Ding aufzubewahren. Es nimmt nur Raum fort und belastet dich. Hast du schon gemerkt, dass du nicht die Sachen besitzt, sondern dass sie dich besitzen?

Eines der schwierigsten Kapitel bei Radreisen ist die Entscheidung, welche Dinge man einpackt. Schließlich soll das Fahrrad nicht unnötig schwer werden.

Mit der folgenden Anleitung können Sie ihre eigene Packliste optimieren, indem Sie alles wichtige mitnehmen und überflüssiges zu Hause lassen. Eines der Geheimnisse liegt darin, den schwammigen Begriff wichtig zu vermeiden. Wir beginnnen mit der „Drei-Haufen-Methode”: Noch bevor wir etwas einpacken, machen wir Platz für folgende drei Haufen:

  1. Sachen, die man unbedingt benötigt oder die leicht und zugleich sehr hilfreich sind
  2. Sachen, die das Radfahren bzw. das Leben erleichtern
  3. Luxus-Artikel
Welche Sachen Du jetzt auf welchen Haufen legst, legen wir mit sachlichen Kriterien fest. Zunächst schauen wir uns das Fahrrad an und überlegen, welche Teile davon kaputt gehen können. Für jedes Teil überlegen wir: Beispiel Schlauch: Einfache Reifenpannen sind relativ häufig und um einen neuen Schlauch zu kaufen, muss man mit dem Bus/Zug in die nächste Stadt fahren. Allerdings ist eine Reparatur mit Flickzeug ist einfach und Flickzeug (samt Werkzeug) ist leicht. Irreparable Schlauchdefekte (z.B. ein Riss direkt am Ventil) sind selten, sodass man hier das Risiko in Kauf nehmen kann, ein Fahrradgeschäft zu suchen. Also kommt das Flickzeug auf Haufen 1 und ein Ersatzschlauch auf Haufen 2. So spart man Gewicht und muss nur im relativ unwahrscheinlichen Fall, dass der Schlauch irreparabel kaputt geht, seine Radreise unterbrechen und mit einem Bus oder dem Zug in die nächste Stadt fahren. Wer ein Liegerad mit relativ schwer zu beschaffenden 20"-Schläuchen hat, legt doch lieber einen Schlauch auf Haufen 1, denn ein irreparabler Schlauchdefekt würde die Radreise mehrere Tage unterbrechen. Und wer mit begrenztem Trinkwasservorrat auf einer Strecke ohne Busverkehr durch eine einsame Wüste fährt, legt natürlich mehrere Schläuche auf Haufen 1.

Beispiel Kette: Eine Kette geht selten kaputt, und wenn, dann nur wenige Kettenglieder. Es bietet sich also an, einige Kettenglieder und einen leichten Reise-Kettennieter auf Haufen 2 zu legen.

Beispiel Tretlager: Ein Tretlager und das Werkzeug zum Wechseln sind ziemlich schwer. Plötzliche Ausfälle sind selten, meist deuten Sie sich durch Geräusche frühzeitig an. Also bleibt das Ersatz-Tretlager zu Hause.

Stelle diese Überlegung für jede Fahrradkomponente an. Das nimmt etwas Zeit an Anspruch, aber es zahlt sich aus. Außerdem sollte man das Rad vor der Abfahrt auf Vordermann bringen und zum Beispiel Bowdenzüge auf Verdacht tauschen, damit man unterwegs weniger reparieren/auswechseln muss.

Und hier die Kriterien für Dinge, die nicht direkt mit dem Fahrrad zu tun haben (Fotoapparat, Schlafsack, Handtuch, etc.):

Beispiel Kocher: Fangen wir auch hier mit dem ersten und wichtigsten Kriterium an, also welche Auswirkungen es hat, keinen Kocher dabei zu haben. Wenn Du Dich sowieso gerne von Dingen aus dem Supermarkt (Obst, Müsli-Riegel, Gurken aus dem Glas usw.) ernährst oder gerne in Pizzerien oder Restaurants gehst, kannst Du das im Urlaub auch so machen. Wenn Dir das zu teuer ist, Du als Hobbykoch unterwegs nicht auf dieses Steckenpferd verzichten willst oder durch eine Gegend ohne Restaurants kommst, leg den Kocher auf Haufen 3 oder 2.

Beispiel MP3- oder CD-Player: Die Frage lautet: Was bedeutet es für Dich persönlich, wenn Du unterwegs Deine Lieblingsmusik nicht hören kannst? Wenn Du ohne Musik nicht einschlafen kannst, musst Du einen Player mitnehmen. Bedenke auch, das fast jeder Besitz nicht nur Freude bringt, sondern auch eine Belastung ist: Du musst die Musik auf den Player kopieren, Dich regelmäßig um das Laden der Akkus kümmern oder Batterien kaufen. Du musst das Kopfhörerkabel einrollen und ein bisschen Angst um den teuren Player fährt auch immer mit. Wäge gründlich ab!

Beispiel Stativ für den Fotoapparat: Ein vernünftiges Stativ ist sperrig und schwer, das spricht schonmal gegen die Mitnahme. Vielleicht kannst Du stattdessen einen Bohnensack auf den Fahrradsattel legen. Wenn Du Deine Fotos aber nur mit Stativ machen kannst und Dir mit dem Verkauf von Bildern die Reise finanzierst, gehört es auf Haufen 1.

Wenn Du Dir die Zeit nimmst und die Sachen mit Bedacht auf die Haufen legst, hast Du schon einen sehr guten Ausgangspunkt. Schaue Dir nun täglich die drei Haufen an und überlege, was Du von 1 nach 2 und was Du von 2 nach 3 legen kannst. Das Ziel ist es, Haufen 1 sehr klein zu machen. Da kommen wirklich nur die absolut notwendigen Dinge drauf, wie Geld und Flugtickets. Am Abreisetag sollte Haufen 1 so klein sein, dass Du ihn locker komplett einpacken kannst. Nimm dann einige Dinge Deiner Wahl aus Haufen 2. Auch Luxus-Artikel sollen nicht fehlen, schließlich machen sie das Leben angenehmer. Aber sie belasten auch (im wahren Sinne des Wortes).

Die folgende Packliste ist ausdrücklich nicht mehr als eine Anregung für Deine eigene Liste.